Historie

Am 29.04.1949 wurden erstmals in Niederbayern durch die Molkerei Roiner Kühe künstlich besamt. Damit war die erste niederbayerische Besamungsstation gegründet, die in der Folgezeit fast in ganz Niederbayern tätig wurde.

Die Arbeit in der künstlichen Rinderbesamung brachte zu Beginn einen zermürbenden Kleinkrieg und Misstrauen bei Züchtern und Behörden gegen das neue Verfahren. Die Erkenntnis jedoch, dass nur über die künstliche Rinderbesamung die überall herrschenden Deckseuchen bekämpft werden konnten, brachte die erwarteten Erfolge. Nach der Gesundung der Rinderherden war der künstlichen Besamung die Aufgabe gestellt, die Leistungsanlagen der Tiere zu verbessern; alle Bauern in Niederbayern sollten die Erbanlagen guter Bullen nutzen können. Der Erfolg stellt sich schon bald ein und so konnte die Besamungsstation Roiner bereits 1955 den Bundessiegerbullen Wanderer auf der DLG München stellen. So haben rückblickend viele erfolgreiche Bullen und Linien ihren Ursprung in der Pionierarbeit der privaten Station Roiner.

Der Zuchtverband für Fleckvieh in Niederbayern schrieb schon in seiner Festschrift 1960 über die künstliche Rinderbesamung: „Privatinitiative errang sich zeitlichen Vorsprung und 1949 eröffnete die Molkerei Roiner in Rotthalmünster die erste Besamungsstelle auf niederbayerischem Boden – unbestritten ein bleibender, privatem Unternehmensgeist zu verdankender Verdienst“.

In Erkenntnis, dass die Rinderzucht in Niederbayern auf einen einheitlichen Nenner gebracht werden muss, um das Beste für die Züchter zu schaffen, ist die Station Roiner damals noch einen Schritt weiter gegangen. Das 20- jährige Bestehen 1969 der Station Roiner wurde gleichzeitig zur Geburtsstunde der Gesellschaft zur Förderung der Fleckviehzucht in Niederbayern, in der sich die private Besamungsstation Roiner, die niederbayerische Besamungsgenossenschaft Landshut/ Pocking und der Zuchtverband für Fleckvieh in Niederbayern zu einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts zusammenschlossen, um die Rinderzucht in Niederbayern zu koordinieren und neue gemeinsame Grundlagen für deren Weiterentwicklung zu schaffen. Damit wurden in Niederbayern organisatorisch und züchterisch neue Maßstäbe gesetzt. Nach zuerst schwierigen Verhandlungen konnten dann 1971 die Unterschriften unter die Gründungsurkunde der Gesellschaft zur Förderung der Fleckviehzucht in Niederbayern gesetzt werden. Die GFN hat sich bis heute als erfolgreiches Modell bewiesen und vereint in vorbildlicher Art und Weise private und genossenschaftliche Unternehmerinteressen zusammen mit Verbandsinteressen zum Wohl der niederbayerischen Landwirtschaft.

Ab diesem Zeitpunkt hatten die Beteiligten eine klare Arbeitsteilung und Kooperation beschlossen. An der Station Roiner wurde fortan die gemeinsame Eigenleistungsprüfung für die gezielte Auswahl und Aufzucht von niederbayerischen Fleckviehstieren durchgeführt und in Landshut wurde die gemeinsame Produktionsstation installiert.

Nach Beendigung der Eigenleistungsprüfung im Jahr 2003 stehen nun an der Station Roiner bis zu 100 der gemeinsamen niederbayerischen Wartebullen.

Zum 01.04.2010 ist der Besamungsbetrieb der Besamungsstation Roiner in die Bayern Genetik GmbH i. Gr. mit Sitz in Landshut eingebracht worden.